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Klimatische/ Mechanische Beanspruchung

Klimatische Beanspruchung

nach RAL RG 426 Teil 1

klima_mechan_478Türen aus Holz und Holzwerkstoffen verformen sich zwangsläufig bei unterschiedlichen Klimabelastungen je Türseite. Diesem „Verformen“ von Türen kann der Türenkonstrukteur durch besondere Materialauswahl und besondere Fertigungsmethoden entgegenwirken.

Nach DIN EN 79 und DIN EN 1530 geprüfte Türen dürfen sich bei Temperaturunterschieden in Anlehnung an einschlägige Güte- und Prüfbestimmungen bis zu 4,0 mm innerhalb der jeweiligen Klimakategorie verformen. Dies entspricht einer zugeordneten Toleranzklasse 2. Eine Verformung in dieser Größenordnung ist durchaus zulässig bzw. praxisgerecht und stellt in der Regel keine Beeinträchtigung der Türfunktion dar.

Werden Türen im Neubau eingesetzt, verformen sich die eingebauten Türen stärker als normal, da die „Baufeuchte“ das Klima zunächst verfälscht. Erst nach der 2. Heizperiode stellt sich der Normalzustand ein, Türen verformen sich nicht mehr so stark. Bereits verformte Türen bilden sich zurück. (Verschiedene Gutachter haben bereits auf diese Erscheinung hingewiesen.) Ab einer Baufeuchte von 65 % RLF sollten Türen am Bau weder gelagert noch eingebaut werden.

Kategorie Klimanennwerte einwirkend auf: Unsere Einsatzempfehlungen
Fläche 1 (Überschlagfläche)

Fläche 2

(Falzfläche)

Einsatzbereich neuform Türtyp
I 23 °C,
30% RLF
18 °C,
50% RLF
Wohnungsinnentüren

Standardtür Typ

W, R

II 23 °C,
30% RLF
13 °C,
65% RLF
Wohnungs-eingangstüren mit beheizten Fluren, Schalldämmtüren, Objekttüren

Objekttür Typ

R, X, U, J, C

III 23 °C,
30% RLF
3 °C,
85% RLF

Wohnungs-eingangstüren mit unbeheizten Fluren und besonders hohen Schalldämmtüren

(< 2235mm)

Objekttür Typ

R, X, U, J, C mit Alu-Dampfsperre siehe Reg.-Blatt 1.1.A.4

RLF = relative Luftfeuchtigkeit

Mechanische Beanspruchung

Die 4 Beanspruchungsklassen der Güterichtlinien

N normale Beanspruchung
S schwere Beanspruchung
M mittlere Beanspruchung
E extreme Beanspruchung

Die Einteilung in die entsprechende Beanspruchungsklasse wird labortechnisch vorgenommen. Durch das Fallenlassen einer Stahlkugel, d = 50 mm auf eine Tür, ist diese einem harten Stoß ausgesetzt. Je nach Fallhöhe der Kugel und Beurteilung der Mulde auf der Tür erfolgt die Einteilung in die entsprechende Beanspruchungsklasse.

Beim „weichen Stoß“ wird ein Sandsack auf die Tür geworfen, welche mit Schloss und Band in einer Stahlzarge eingebaut ist. Je nach „Wucht“ erfolgt die Einteilung in die jeweilige Klasse. Bei diesem Verfahren wird vor allem der Band- und Schloss-Sitz getestet. Um die Türen mit der entsprechenden RAL-Bezeichnung benennen zu dürfen, muss ein Prüfzeugnis ausgestellt sein (siehe Anlage). Außerdem wird die Produktion und das entsprechende Produkt laufend überwacht.

Da die Güterichtlinien und Prüfkriterien nur einen Teil, der in der Praxis vorkommenden Beanspruchungen abdecken, werden neuform-Objekttüren durch folgende Konstruktionskriterien aufgewertet:

  • Durch den generellen Einsatz von Hartfaserplatten als Absperrplatten werden die Anforderungen mehr als erfüllt.
  • Durch den Einsatz von ODB-Stabilisatoren bekommen Schloss, Drücker und Bänder eine weitaus höhere mechanische Festigkeit. Das Ausreißen von Beschlägen wird vor allem bei Normfalztüren minimiert.

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